
Katahdin-Schafe in Nordamerika
Die Entwicklung der Rasse
Die Entwicklung der Katahdin-Rasse begann gegen Ende der fünfziger Jahre, als Michael Piel in Main, USA, eine kleinere Anzahl von Haarschafen aus der Karibik importierte. Piel hielt bereits mehrere Tausend Schafe auf seiner Farm und er war der Ansicht, dass der Selektionsfortschritt bei der Selektion auf Fleischleistung beschleunigt würde, wenn man die Selektion auf Wollleistung als bislang wichtiges Selektionskriterium von jetzt ab außer Acht lassen würde. Sein Ziel war, die Kurzhaardecke, die hohe Fruchtbarkeit und Robustheit der Schafe der karibischen Jungferninseln mit der Fleischleistung und der Wachstumsrate der Doppelnutzungs-Wollrassen zu verbinden.
Also begann er mit Kreuzungen zwischen Haarschafen und verschiedenen englischen Rassen, hauptsächlich Suffolk, zu experimentieren. Nach fast 20 Jahren Kreuzungszucht in allen vorstellbaren Kombinationen und Selektion auf die erwünschten Charakteristika, baute Piel eine Herde auf und benannte seine Schafe nach dem berühmten Berg in Main Katahdin. Ab 1975 etwa wurde auch noch Wiltshire Horn aus England eingekreuzt, um damit eine Verbesserung der Größe und Schlachtkörperqualität zu erreichen.
Ausgehend von dieser Herde konnten interessierte Haarschafzüchter die Anzahl der Katahdin-Schafe in Nord- und Mittelamerika schnell vermehren. Sorgfältig wurde dabei auf Kurzhaardecke, Schlachtkörperqualität und Reproduktionsleistung selektiert.
1986 wurde die Züchtervereinigung „Katahdin Hair Sheep International- KHSI“ (http://www.khsi.org/) mit folgenden Zielen gegründet:
– Herdbuchführung für Katahdinschafe
– Unterstützung bei der Verbreitung und Vermarktung
– Unterstützung von begleitender Forschung mit Bezug auf die Rasse
Alle Katahdin-Jungtiere werden im Alter von 12 Monaten vor der Aufnahme ins Herdbuch inspiziert, um die Übereinstimmung mit dem Rassestandart zu gewährleisten. Die Züchter werden ersucht, KHSI-Mitglieder zu werden, um ihre Schafe registrieren zu lassen. Lämmer aus Herdbuchtieren, die nach dem 01.01.1998 geboren wurden, benötigen keine Inspektion mehr.
Wollen Züchter eine reinrassige Katahdin-Herde aufbauen, so müssen sie dem festgelegten Zuchtschema der KHSI genau folgen.
Katahdin-Schafe weisen viele wirtschaftlich erwünschte Eigenschaften auf. Um diese wissenschaftlich zu überprüfen, haben Züchter an vielen Untersuchungen teilgenommen.
Untersuchungen der Parasitentoleranz in Arkansas haben erwiesen, dass Katahdin eine signifikant höhere Resistenz gegen innere Parasiten haben als Wollschafrassen, mit denen sie verglichen wurden. Untersuchungen der Hitzetoleranz zeigten ähnliche Ergebnisse. Ihre Asaisonalität, hohe Fruchtbarkeit und andere Fruchtbarkeitsfaktoren, Schlachtkörperqualität und Fleischgeschmack sowie die Wachstumsleistung wurden ebenfalls wissenschaftlich untersucht.
Der Standart-Typ
Katahdins produzieren kein Wollvlies. Die Kurzhaardecke muss nicht geschoren werden und ist vollkommen frei von permanenten Wollhaaren. Die Fellfarbe variiert. Sie sind einfach zu halten, tolerieren klimatische Extreme und weisen gute Leistungen an Standorten unterschiedlichster ökologischer, geographischer und klimatischer Standortbedingungen auf. Das Zuchtziel der Rasse ist eine effiziente Fleischleistung. Hornlosigkeit ist erwünscht.
Erwachsene Böcke erreichen 81 – 113 kg LG.
Erwachsene Auen erreichen 56 – 83 kg LG.
Die Reproduktionsrate soll 200% betragen.
Katahdins sind gut bemuskelt und von mittlerem Rahmen. Sie sind für alle Produktionssysteme geeignet. Sie sind frühreif, lammen leicht ab, weisen gute Muttereigenschaften und eine hohe Milchleistung auf.
Die Lämmer sind vital bei hoher Überlebensrate. Sie wachsen schnell zur Marktreife heran und produzieren fettarme, fleischige Schlachtkörper. Das Fleisch weist einen milden Geschmack auf.
Für weitergehende Informationen besuchen Sie bitte die Webseiten der „Katahdin Hair Sheep International- KHSI“ http://www.khsi.org/.